Was macht einen Brückenentwurf leistungsfähig? Und wie kann Topologieoptimierung dazu beitragen, die mechanischen Eigenschaften eines Bauteils zu verbessern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine zweitägige Summer School zur Topologieoptimierung am 16. und 17. September 2026. Die Veranstaltung brachte alle Doktorandinnen und Doktoranden des Forschungsverbunds zusammen und verband theoretische Grundlagen mit praktischer Konstruktion, additiver Fertigung und experimenteller Prüfung.
Die Summer School wurde von der TU Wien ausgerichtet und mit einem Einführungsvortrag von Prof. Stefanie Elgeti eröffnet. Sie gab einen Überblick über grundlegende Konzepte und aktuelle Ansätze der Topologieoptimierung. Die zentrale Herausforderung war schnell formuliert, aber anspruchsvoll umzusetzen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten den Entwurf einer Brücke optimieren, der anschließend für eine mechanische Prüfung additiv gefertigt wurde. Dabei lernten sie, relevante Randbedingungen zu identifizieren und geeignete Optimierungsziele festzulegen. Nach der Konstruktionsphase wurden die Brücken mittels 3D-Druck gefertigt und für die anschließende Prüfung vorbereitet.
Am zweiten Tag wurden die Ergebnisse auf die Probe gestellt. Insgesamt traten 13 topologieoptimierte Brücken und eine nicht optimierte Brücke in einer mechanischen Prüfung gegeneinander an. Ziel war es herauszufinden, welcher Entwurf die höchste spezifische Steifigkeit erreicht. Der direkte Vergleich machte anschaulich erlebbar, welchen Einfluss die Topologieoptimierung auf die mechanische Leistungsfähigkeit von Leichtbaustrukturen haben kann.
Ergänzt wurde das Fachprogramm durch zwei Gastvorträge zu den Themen Nachhaltigkeit und Werkstoffe. Ein Beitrag aus dem REPOXYBLE-Projekt der BOKU Wien gab Einblicke in die Entwicklung von recyclingfähigen Epoxidharzsystemen. Prof. Vasiliki-Maria Archodoulaki von der TU Wien erläuterte die Herausforderungen beim Recycling von Verpackungsabfällen. Beide Vorträge erweiterten die Perspektive über die reine Topologieoptimierung hinaus und verdeutlichten die Bedeutung von Materialnachhaltigkeit und Aspekten der End-of-Life-Betrachtung bei der Entwicklung technischer Bauteile. Weitere Einblicke in die industrielle Praxis vermittelte Wolfgang Pelzer von M.Tec Engineering. Neben dem fachlichen Programm bot die Summer School zahlreiche Möglichkeiten für den informellen Austausch und die Vernetzung. Ein gemeinsames Teamevent mit anschließendem Abendessen rundete den ersten Veranstaltungstag ab.
Mit einer gemeinsamen Diskussion und Feedbackrunde endete die Summer School. Durch die Verbindung von theoretischen Grundlagen, praktischer Konstruktion, additiver Fertigung und experimenteller Prüfung konnten die Doktorandinnen und Doktoranden den gesamten Weg von einer Optimierungsaufgabe bis hin zum mechanisch geprüften Bauteil erleben und gemeinsam diskutieren, welchen Beitrag die Topologieoptimierung zur Entwicklung leichter und ressourceneffizienter Strukturen leisten kann.